Es gab einen ganz bestimmten Moment, als Tiramisu beschloss, seine Koffer zu packen, in einen imaginären Zug gen Osten zu steigen und sich in ein grünes Pulver mit uraltem Charme zu verlieben. So entstand Matcha- Tiramisu: nicht nur eine „Instagram-taugliche“ Variante, sondern ein Dessert, das funktioniert, weil es zwei Welten vereint, die chemisch und emotional perfekt miteinander harmonieren.
Matcha ist nicht einfach nur „Teepulver“. Es ist ein ritueller, meditativer und intensiver Rohstoff. Und im Inneren des Mascarpones geschieht etwas sehr Interessantes: Die elegante Bitterkeit des japanischen Grüntees neutralisiert die Süße, mildert das aufdringliche Gefühl und hinterlässt im Mund jene Zen-artige Ruhe, die einen sagen lässt: Ich nehme noch einen, aber mit Respekt.
Hier ist das Rezept für Matcha-Tiramisu, das Sie in wenigen einfachen Schritten zu Hause zubereiten können: Aber zuerst wollen wir einen Schritt zurücktreten und über die bitterste und grünste Zutat von allen sprechen.

Was Matcha wirklich ist (und warum Matcha nicht gleich Matcha ist)
Matcha ist nicht einfach nur gemahlener Tee. Es handelt sich um im Schatten gewachsene Blätter , die von Hand gepflückt, getrocknet und anschließend mit Steinmühlen zu feinem Pulver vermahlen werden. Durch dieses Verfahren werden folgende Nährstoffe konzentriert:
- Chlorophyll (hellgrüne Farbe)
- L-Theanin (beruhigende Wirkung)
- „Langsames“ Koffein (saubere, nicht nervöse Energie)
In Japan ist Matcha kein Getränk, das man „gedankenverloren nippt“. Es ist eine Geste.
Es wird langsam zubereitet. Es wird mit einem Chasen (einem Bambusbesen) aufgeschlagen. Es wird in Stille getrunken. Nicht um langsam zu sein, sondern um im Hier und Jetzt zu sein.
Die Kombination aus Koffein und L-Theanin sorgt für Klarheit ohne Nervosität. Sie befinden sich nicht im „Espresso-Modus“, sondern im „Modus klarer Gedanken“. Genau dieses Gefühl erleben Sie auch beim Verzehr von Desserts: Sie genießen etwas Leckeres, aber nicht Schweres. Süß, aber nicht zu süß.
Zeremonieller Matcha vs. kulinarischer Matcha
Der sogenannte zeremonielle Matcha wird pur getrunken . Er hat ein süßes, fast vanilleartiges Aroma und eine leuchtend grüne Farbe. Er ist teurer, da er aus den ersten, jüngsten Blättern gewonnen wird. Kulinarischer Matcha hingegen eignet sich perfekt für Desserts. Er ist etwas bitterer, intensiver und so konzipiert, dass er Zucker, Milch und Mascarpone Paroli bietet, ohne zu überdecken. Für Tiramisu verwendet man daher kulinarischen Matcha : Er verleiht dem Dessert nicht nur Farbe, sondern auch Charakter.
Matcha-Tiramisu: Grüner Tee, nicht nur in einer Tasse
Aus sensorischer Sicht ist es eine nahezu perfekte Formel : - fetter und cremiger als Mascarpone - tiefe, pflanzliche Bitterkeit von Matcha - kontrollierte Süße - kräuterartiges Aroma, das das gesamte Dessert "erhebt".
Der Kakao im klassischen Tiramisu erfüllt einen ähnlichen Zweck, doch Matcha bringt eine neue Ästhetik mit sich: weniger Desserts im Trattoria-Stil, mehr minimalistische japanische Teestuben-Desserts mit Lo-Fi-Musik und warmem Licht. Dies ist kein zufälliger Trend. Matcha hat Einzug in westliche Küchen gehalten, weil es sich von einem „seltsamen Pulver zur Teezubereitung“ zu einer wahren Gourmet-Zutat entwickelt hat.
Zutaten:
- 250 g Mascarpone
- 3 frische Eier
- 80 g Zucker
- 300 g Löffelbiskuits
- 2 Teelöffel Matcha zum Kochen
- 200 ml heißes Wasser (nicht kochend)
- 1 zusätzlicher Teelöffel Matcha zum Garnieren
Vorbereitung
Schlagen Sie die Eigelbe mit dem Zucker schaumig (für eine eifreie Variante Sahne verwenden). Geben Sie den Mascarpone hinzu und verrühren Sie alles langsam. Schlagen Sie die Eiweiße steif, indem Sie sie von unten nach oben unterheben.
Den Matcha im heißen Wasser unter Rühren gut auflösen (es dürfen keine Klümpchen entstehen, das ist wichtig). Die Löffelbiskuits schnell in das Wasser tauchen.
Eine Schicht Kekse, eine Schicht Sahne daraufgeben und wiederholen. Mindestens 3 Stunden kaltstellen . Vor dem Servieren mit Matcha bestreuen. Schon der Duft, der beim Servieren aufsteigt, ist ein Genuss.
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